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Altbürgermeister Andreas Göller verstorben


Altbürgermeister Andreas Göller verstorben

Am 28. September 2009 verstarb Altbürgermeister Andreas Göller im Alter von 81 Jahren. Durch sein politisches Wirken gelangte Hirschaid zu seiner heutigen Bedeutung. Er hat sich um die Gemeinde und ihre Vereine in hohem Maße verdient gemacht. Für seine kommunale Tätigkeit gebührt dem Verstorbenen der Dank der Gemeinde.

Nachfolgend die Traueransprache von Ersten Bürgermeister, Andreas Schlund:

"Wir sind nur Gast auf Erden", heißt es in einem Kirchenlied, das auf die unumstößliche Tatsache hinweist, der sich jeder von uns eines Tages beugen muss. Aber wenn sich der Tod in unserer nächsten Umgebung ereignet, wenn jemand von uns geht, dessen Leben wir geteilt haben, dann ist es so, als ob sich eine Hand auf unseren Arm legt.

Die Nachricht vom Tod unseres hochgeschätzten und allseits beliebten Alt-Bürgermeisters Andreas Göller, macht uns trotz seiner langen und schweren Krankheit alle sehr betroffen - denn mit ihm verlieren wir eine Persönlichkeit, die Achtung und Vertrauen im Markt Hirschaid und darüber hinaus genoss.

Im Namen des Marktes Hirschaid, des Marktgemeinderates, aller Beschäftigten unserer Marktgemeinde, insbesondere seiner Bürgermeisterkollegen und vieler seiner Weggefährten - aber auch sehr persönlich - spreche ich Ihnen, liebe Frau Göller, Ihren beiden Söhnen und allen Angehörigen meine aufrichtige Anteilnahme aus und bekunde mein Mitgefühl.

Denn in einer Zeit tiefer Trauer vermögen Worte nur wenig Trost spenden. Der Heimgang eines geliebten Menschen - Ehemann, Vater, Großvater - hinterlässt immer ein Gefühl der Verlassenheit und der Leere. Dennoch kann der Tod nicht auslöschen, was in guter Erinnerung bleibt und weiterwirkt.

Um unseren Alt-Bürgermeister Andreas Göller trauert sein heimatliches Hirschaid, wo er 1966 erstmals in den Hirschaider Marktgemeinderat gewählt wurde und sogleich bis 1972 als 2. Bürgermeister tätig war. Von 1972 bis 1990 war er als 1. Bürgermeister des Marktes Hirschaid tätig und gehörte zugleich als Kreisrat dem Kreistag zu Bamberg an. Die eindrucksvollen Mehrheiten, mit denen er seine Wahlen jeweils gewonnen hatte, belegten das enorme Vertrauen, das er bei seinen Mitbürger/-innen genoss.

Alt-Bürgermeister Andreas Göller hatte sich in seinem Amt von Anfang an bemüht, das Gemeinsame, das einander Verbindende besonders heraus-zustellen. Er hielt es für unabdingbar, dass gerade auf der kommunalen Ebene der Marktgemeinde auf parteipolitische Profilierungsversuche verzichtet und das kommunale Ehrenamt als gewählter Vertreter der Bürger-/innen stattdessen als Dienst am Gemeinwohl aller verstanden wird.

So gelang es ihm, seine Sicht der Dinge mit der ihm eigenen Überzeugungs-kraft auch anderen zu vermitteln. Er pflegte einen persönlichen Stil und führte den Markt Hirschaid nach dem Motto: "Leben und leben lassen", mit lockerer und einfühlsamer, aber - wenn es erforderlich wurde - auch mit starker und durchsetzungsfähiger Hand.

Als 1. Bürgermeister setzte er mit seinem Marktgemeinderat mutige und richtungsweisende Impulse mit beispielgebenden Einsatz, großer Tatkraft und Ideenreichtum. Vor allem in seiner Haushaltspolitik verband er finanzpolitische Solidität mit zukunftsweisenden Akzenten im investiven Bereich. Seine Amtszeit als 1. Bürgermeister des Marktes Hirschaid war gekennzeichnet durch verschiedene Herausforderungen, nämlich

- die Gemeindegebietsreform in den Jahren 1972 und 1978 - wo er es verstanden hatte, die einzelnen
Gemeindeteile im gemeindlichen Eignungsprozess zu stärken;
- die Ansiedelung von Gewerbebetrieben , die Fa. INA / Schaeffler KG mit über 1000 Arbeitsplätzen
und das überregional bekannte Möbel- und Einrichtungshaus Neubert mit ca. 700 Arbeitsplätzen;
- die Beseitigung der Fabrikruine Hordeaux Bergmann im Zentrum von Hirschaid für die Schaffung
einer neuen zentralen Mitte im Ortskern von Hirschaid mit Rathaus, Parkdeck und Grünanlage.

Die Sorge um die vielen Arbeitnehmer und das Verantwortungsgefühl für die Arbeitsplätze machte ihn sozialer als so manchen, welche dies nur einfach so daher redeten. Und ich denke, man kann an dieser Stelle an all die langen Stunden und Wochenenden erinnern, welche er bei den schwierigen Grundstücksverhandlungen verbrachte.

Und dies erforderte von ihm und auch von anderen große persönliche Opfer. Dies allein gebietet mit seinem Lebenswerk vorsichtig und bewusst umzugehen.

Viele der hier Anwesenden haben in ihm auch einen guten Freund verloren. Hilfsbereit und verständnisvoll, gütig und aufrichtig bewies er, dass es auch in unserer so oft von Egoismus und Eigennutz geprägten Zeit Menschen gibt, die es ehrlich mit ihrem Nächsten meinen, die sich Zeit für ihn nehmen und die handeln, ohne dabei gleich berechnend zu sein oder gar eine Gegenleistung erwarten.

Auch mir wurde Andreas Göller zu einem echten guten väterlichen Freund - und er stand mir oft für ein persönliches Wort, für einen guten persönlichen Ratschlag, gerade am Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister zur Verfügung - er war mir eine große Hilfe.

Als er die Ehrenbürgerschaft bei seinem Ausscheiden aus dem Amt als Hirschaider Bürgermeister verliehen bekam, sagte er: "Wir können mit Zuversicht und auch mit Stolz auf den Markt Hirschaid blicken, wie er sich heute darstellt: politisch und sozial stabil, wirtschaftlich erfreulich gesund."
Alt-Bürgermeister Andreas Göller hat Hirschaids modernes Gesicht entscheidend mitgeprägt. Als Bürgermeister, Kreisrat, CSU-Mitglied, Vorsitzender des Luftsportvereins Friesener Warte und Mitglied vieler Vereine - war Andreas Göller ein Begriff im ganzen Umkreis.

Wenn wir dann draußen an seinem offenen Grabe stehen, wenn wir trauern und am liebsten verstummen möchten, im Hinblick auf das, was mit diesem menschlichen Leben für uns alle zu Ende ging - so verstehen wir alle diesen letzten Gruß als Ausdruck unseres Dankes. Eines Dankes, der deutlich macht, was wir an Andreas Göller verloren haben.

In unserer Erinnerung bleibt Bürgermeister Andreas Göller lebendig, denn sein Wirken und seine Arbeit werden innerhalb unseres Marktes Hirschaid unvergessen bleiben. Wir spüren den Verlust einer großen Persönlichkeit auch in unserer Partei, der Christlich-Sozialen-Union. Er war grundsatztreu und all sein Tun und Handeln war geprägt von einer tiefen christlichen Grundeinstellung. Ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren und das Werk in seinem Sinn und nach seinen Maßstäben fortzusetzen, ist für mich als der nachfolgende Bürgermeister eine selbstverständliche Pflicht.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Bemerkung:
Das ist der Dank an seine liebe Frau. Wohl keiner von uns, mich eingeschlossen, kann ermessen, was du liebe Paula, in den letzten Monaten geleistet hast, an aufopfernder Hilfsbereitschaft und Liebe.
Und für Andreas Göller möchte ich antworten nach Beethovens Oper Fidelio: "Dafür, Dir werde Dank in bess'ren Welten; hab Dank, ich kann die Wohltat nicht vergelten."

In tiefem Respekt verneige ich mich vor Alt-Bürgermeister Andreas Göller und werde am offenen Grab als äußeres Zeichen des Dankes, der Anerkennung und der Wertschätzung, im Namen des Marktes Hirschaid einen Kranz als letzten Gruß niederlegen.

Lieber Reser - ruhe in Gottes ewigem Frieden.



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Markt Hirschaid
Kirchplatz 6 | 96114 Hirschaid | Tel.: 09543 8225-0 | markt@hirschaid.de
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